In diesem "Informationsbrief für Eltern, SchulleiterInnen, Lehrkräfte, Pädagogen und am Schultag beteiligte Personen" wird eine Sammlung an Informationen bzgl. des Schulalltages unter Corona Bedingungen zur Verfügung gestellt.

Unterschrieben ist dieser Brief von vielen Ärzten, Lehrer*innen und anderen Personen.

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Hier sind weitere Informationen zu Schulen sowie allgemein.

Christian Masten im Gespräch mit Hannes Loacker

Quelle: https://www.voxnews.online/artikel/mit-dem-bozner-unternehmer-und-pharmazeut-hannes-loacker#_ftn1

VIDEO: Christian Masten – Querbeet

Sonntag, 27. September 2020

Mit dem Bozner Unternehmer und Pharmazeut Hannes Loacker

VOX-NEWS-Südtirol-Herausgeber Christian Masten hat sich in seinem neuesten Videopost mit dem Bozner Unternehmer und Pharmazeuten Hannes Loacker querbeet zu Themen rund um die Corona-Pandemie unterhalten. Anlass für das Gespräch sind jüngst losgelassene gezielte mediale Angriffe gegen Hannes Loacker. Aufgrund seiner skeptischen bzw. ablehnenden Haltung zu den Corona-Maßnahmen wird der Bozner Unternehmer in diversen Artikeln der Südtiroler Presse abwertend als Trittbrettfahrer bezeichnet, welcher mit der Verbreitung von Fake News zur Sinnlosigkeit der Corona-Maßnahmen nur aus eigener Profitgier Kapital schlagen will. Auch wird ihm unterstellt die Rhetorik einer rechtsextremen Sekte zu verwenden. Hannes Loacker entgegnet diesen Vorwürfen und Anschuldigungen. Außerdem erklärt Hannes Loacker im Videoblog, warum es ihm mit seiner Kritik an den Corona-Maßnahmen wirklich geht und er erklärt, warum – wie er sagt – wir die Pandemie bereits hinter uns haben sowie warum es wichtig wäre wieder zur Normalität zurückzukehren.

 

Der Unternehmer und Pharmazeut Hannes Loacker im Gespräch mit VOX-NEWS-Südtirol-Herausgeber Christian Masten

In den vergangenen Tagen hat ein selbsternannter Wissenschaftsjournalist (die betreffende Person ist nicht im Berufsalbum der italienischen Journalistenkammer eingetragen und darf laut Art. 45 des Gesetzes Nr. 69 vom 3. Februar 1963 den Titel "Journalist" nicht verwenden*) in verschiedenen Printmedien des Landes ("Neue Südtiroler Tageszeitung", "Salto" und zuletzt "FF") redaktionellen Raum erhalten, um mit harten Bandagen und wilden Unterstellungen gegen die Corona-Maßnahmen-kritische Szene in Südtirol zu berichten. Eingeschossen hat sich der betreffende Gastautor genannter Medien, der seit 2007 bei der EURAC in Bozen hauptberuflich verantwortlicher Web-Entwickler ist und auf verschiedenen Blogs von "EURAC research" Artikel postet, dabei auch gegen den Bozner Unternehmer, Pharmazeuten, Freidenker und Philanthropen Hannes Loacker. Ohne jeglichen Beweis für seine Behauptungen zu haben, bezeichnet der selbsternannte Wissenschaftsjournalist Loacker als Trittbrettfahrer, der die Coronakrise dazu nutzen würde, um im Wesentlichen sich an der Krise zu bereichern. Dabei hätte der Bozner Unternehmer einen Arzt zu einem Vortrag eingeladen, der Fake News als Fakten verkauft hätte. Loacker selbst würde hingegen rhetorisch Worte verwenden, wie sie auch Anhänger der Verschwörungstheorien verbreitenden rechtsextremen QAnon-Sekte verwenden würde.

Das jüngste mediale Interesse rund um die Person Hannes Loacker hat auch VOX NEWS Südtirol-Herausgeber Christian Masten dazu geführt, mit Hannes Loacker ein Gespräch zu führen und diesen auf die mögliche Mitgliedschaft und Nähe zu einer Sekte anzusprechen. Im Gespräch mit Christian Masten nimmt Hannes Loacker die vom EURAC-Mitarbeiter und selbsternannten Wissenschaftsjournalisten kolportierten Anspielungen in Richtung Sekten-Rhetorik gelassen. Loacker, konfrontiert von Masten mit dem Sektenvorwurf, sieht sich zu einem Schmunzeln veranlasst und spricht von einer mittelalterlichen Hexenjagd. "Alle Menschen, Bürger, die sich jetzt zum Thema Corona äußern und nicht der eindeutigen und offiziellen Variante entsprechen, werden in die Schublade der Fake-News-Verbreiter, der Verschwörungstheoretiker und Spinner gesteckt", sagt Loacker. Der Bozner Unternehmer, der als Pharmazeut jedoch einen fachwissenschaftlichen Background hat, bleibt angesichts der Hetzkampagne, die aus bestimmten Kreisen gegen ihn betrieben wird, relativ unbeeindruckt. Für Hannes Loacker würde im Vordergrund eigentlich ein konstruktiver Dialog stehen, der aber so heute nicht stattfindet. Hingegen würden er, weitere Fachleute aus dem Gesundheitsbereich und Ärzte systematisch diffamiert. Da ist der Vorwurf der Nähe zur ominösen QAnon-Sekte derzeit auch nur der Gipfel vom Eisberg. "Schauen Sie", sagt Hannes Loacker, "bevor ich den Artikel des betreffenden EURAC-Mitarbeiters und nicht in der Journalistenkammer eingeschriebenen selbsternannten Wissenschaftsjournalisten gelesen habe, habe ich noch nicht einmal gewusst, dass es diese Sekte überhaupt gibt." "Aber es wird schon so sein", führt Loacker weiters aus, "dass wir vielleicht diesen Menschen Angst machen, weil wir Sachen an die Öffentlichkeit bringen, die der Wahrheit entsprechen."

In diesem Sinne ist es für Hannes Loacker auch wichtig, dass der Dialog, welcher zum Thema Corona-Maßnahmen geführt werden muss, auch wissenschaftlich geführt wird und dieser Dialog muss insbesondere auch den journalistischen Grundprinzipien entsprechen. "Es kann nicht sein", so Loacker, "dass ich und eine Gruppe von gleichgesinnten Wissenschaftlern unter Missachtung der journalistischen Grundprinzipien von einem Mitarbeiter der EURAC angegriffen werde, der sich als Wissenschaftsjournalist definiert, im Grunde aber keinen wissenschaftlichen Schulabschluss hat und auch gar kein Journalist ist, weil er in Italien nicht in das Register der Journalisten eingetragen ist, zudem sich als selbsternannter Faktenchecker bezeichnet, der ganz gezielt bösartig auf die Personen losgeht, sie diffamiert und diesen vorwirft Profit aus irgendwelchen Beiträgen schlagen zu wollen."

Ein Vorwurf den Hannes Loacker auch als absurd betrachtet, zumal er vor drei Jahren sein Pharmazieunternehmen veräußert hat und somit auch beruflich nicht mehr mit der Arzneimittelherstellung beschäftigt ist. Loacker bedauert diese medialen Angriffe gegen seine Person und andere Gleichgesinnten und Andersdenkenden. Sie würden mit dieser Aktion leider sehr viel zerstören, unterstreicht Loacker. Und Loacker, äußert sich auch kritisch gegenüber einer Institution wie der EURAC. "Es ist vor allem nicht richtig, dass auch aus dem Ambiente der EURAC, welche eine wichtige Institution ist, die zum Großteil öffentlich finanziert wird, rechtschaffene Bürger und kompetente Fachleute so beleidigt und durch den Kakao gezogen werden, wie geschehen."

Für Loacker, der als freier unabhängiger Unternehmer sich kein Blatt vor dem Mund nehmen muss, sei es zudem ohnehin schon schlimm genug, dass durch die Corona-Pandemie die freie Meinungsäußerung in Südtirol, aber nicht nur in Südtirol alleine, stark eingeschränkt sei. "Ärzte hierzulande haben Angst sich frei zu äußern", so Hannes Loacker, "da sie befürchten von der Ärztekammer ausgeschlossen zu werden, und ihren Beruf und Unterhalt zu verlieren."

Hannes Loacker: "Ich finde es gut, dass auch Herr Achammer seine Menschlichkeit zeigt."

Aber nicht nur Ärzte sind über die allgemeine Corona-Panikmache in ihrer Handlungsweise beeinträchtigt. Auch Politiker sind in ihren Freiheiten eingeschränkt. Beispielsweise dann, wenn sie in der Öffentlichkeit ohne Mund-Nasenschutz-Maske erwischt werden, oder so wie jüngst geschehen, durch in Corona-Zeiten unangebrachte Umarmungsgesten in die Schlagzeilen geraten.

"Ich finde es gut, dass Politiker erwischt werden, wie sie öffentlich ihre Freunde umarmen. Ich finde es auch ziemlich blöd, dass sie sich dafür öffentlich entschuldigen müssen, denn was gibt es Schöneres als einen Menschen zu umarmen", sagt Hannes Loacker und spielt dabei auf den jüngsten Vorfall mit SVP-Parteiobmann Philipp Achammer an, welcher nach der Gemeinderatswahl dem neuen SVP-Bürgermeister von Pfatten, Elmar Oberhofer, durch eine Umarmungsgeste zum Bürgermeisteramt gratulierte (siehe Bild) und Achammer nach einem Shitstorm aus der Bevölkerung sich genötigt sah sich für den "dummen Ausrutscher" zu entschuldigen.

Shitstorm für SVP-Obmann Philipp Achammer. Umarmung in Corona-Zeiten nahezu ein Vergehen.

Loacker sagt hierzu: "Ich finde es gut, dass auch Herr Achammer seine Menschlichkeit zeigt. Langsam sollte auch die Politik wieder auf eine 'Corona-Politik' übergehen, bei der man bitte mit Vorsicht aber doch langsam von diesen mittlerweile nicht mehr zeitgemäßen Maßnahmen abgeht."

Maßnahmen, die beispielsweise insbesondere Kinder hart treffen.

Hannes Loacker: "In der Schule wird den Kindern gepredigt, dass sie die Masken anziehen müssen, wenn das Schulgebäude betreten oder verlassen wird. Man trichtert ihnen ein, dass sie Distanz halten müssen, dass sie sich nicht umarmen dürfen, dass sie sich nicht ins Ohr flüstern und sich auch nicht berühren dürfen. Wenn sie aber dann am Nachmittag mit den Freunden auf dem Spielplatz sind, dann gelten all diese Regeln nicht mehr. Was bedeutet das für die Kinder? Was sagen wir den Kindern damit? Wir sagen ihnen, du hast ein offizielles Gesicht, dass du im Leben zeigen musst, wo du brav sein musst, aber dann die Realität schaut anders aus. Sind die Kinder allein, gelten keine Regeln. In der Schule aber, sind die Regeln einzuhalten. Damit entmächtigen wir eigentlich vorgesetzte Institutionen, die Regeln vorschreiben. Das ist schade, denn eine Organisation in der Gesellschaft wäre dazu da Werte durch Regeln zu definieren", sagt der Unternehmer und Pharmazeut Hannes Loacker. "Und gerade deshalb wäre es wichtig", so der Bozner Unternehmer weiters, "dass die Werte, welche wir jetzt schon zuhause leben auch in der Öffentlichkeit gelebt werden." Für Loacker bedeutet das eine Rückkehr zur Normalität wie vor Corona. Ein Leben ohne Maske und ohne Distanzregelung. Doch würde man mit dieser Überzeugung nicht dem vermeintlichen Killervirus SARS-Cov-2 offen ins Messer rennen und der Corona-Pandemie als Naturkatastrophe freien Lauf geben?

Hannes Loacker verneint. "Es gibt derzeit in Südtirol kein Infektionsgeschehen, das heißt es gibt praktisch im Lande keine Covid-19-Kranken, geschweige denn Tote", sagt Loacker selbstbewusst auf die gestellte Frage. Und auch bei den international gemeldeten Fallzahlen, welche derzeit ständig nach oben gehen würden, würde es sich um falsche Informationen handeln, denn es wären hier schlichtweg nur die Anzahl der Tests, die steigen würden, was automatisch bedeutet, dass die Fallzahlen der positiv Getesteten nach oben gehen. "Je mehr getestet wird, desto mehr positive Fälle werden entdeckt", so Loacker. Hinzu käme auch, dass diese Tests im Grunde auch nicht aussagekräftig seien. "Positiv getestet zu sein bedeutet, dass man auf einen Test positiv anschlägt, aber 80 bis 90 Prozent der positiv Getesteten sind symptomlos. Die Betreffenden sind pudelgesund und nicht krank", sagt Hannes Loacker. Und daher, so Loacker, sei es auch falsch von "Infizierten" zu sprechen. "Infiziert ist man, wenn man krank ist bzw. wenn man eine Viruslast aufweist, die zu Krankheitssymptomen führt. Und erst dann ist man ansteckend", so Loacker.

Fatal sei daher, dass aufgrund dieser falschen Informationen sämtliche Entscheidungen getroffen würden. Für Hannes Loacker steht fest, dass bei den gesamten Corona-Maßnahmen derzeit etwas gewaltig falsch läuft. "Wichtig wäre es", so Hannes Loacker, "wie auch von Ärzten gefordert, dass zur diagnostischen Beobachtung auch die klinische Beobachtung miteinbezogen wird und daher festgestellt wird, dass alle die symptomlos sind und keine Krankheitssymptome aufweisen keine Quarantäne benötigen und entsprechend auch behandelt werden, als ob sie negativ getestet worden sind."

Klar, angesichts von tagtäglich neuen Reisewarnungen gegen irgendwelche Länder, angesichts der offiziellen Warnungen der WHO und der regierungsberatenden Virologen und Immunologen, welche bereits vom Ausbruch einer "Zweiten Welle" sprechen, von ersten Ländern, die erneut wieder die Strategie eines Lockdowns fahren, entweder landesweit wie gerade in Israel oder beschränkt auf Stadtviertel wie in Madrid, sind die Worte von Hannes Loacker geradezu revolutionär. Für den Unternehmer und Pharmazeuten Hannes Loacker gibt es aber keinen Zweifel daran, dass Vernunft über Willkür und Zwang stehen muss und auch in Südtirol ein offener Dialog möglich ist.

"Ich wünschte mir, dass in Südtirol jetzt wieder ein offener Dialog stattfindet, dass man den Andersdenkenden Raum und eine Bühne gibt. Das ist derzeit aber leider nicht der Fall. Daher mein Aufruf an die Gesellschaft, dass wir offen und frei konstruktiv diskutieren können. Das ist aber nicht gegeben, sondern man wird, wie eingangs gesagt, in der Öffentlichkeit zerrissen, kaputt gemacht und diffamiert, als jemand der Unwahrheiten verbreitet."

Ganz offensichtlich ist es in Südtirol immer noch einfacher Andersdenkende mundtot zu machen, als auf die anders lautende Überzeugung von Ärzten, Fachkräften und Pharmazeuten im Rahmen eines Dialogs einzugehen.


Das unrechtmäßige Benützen und die Aneignung von Titeln, für welche vom italienischen Staat eine Zulassung benötigt wird, ist laut Art. 348 und 498 StGB in Italien eine Straftat.  

Wenn Medien Andersdenkende diffamieren - Analyse des Psychiaters Raphael Bonelli

 

Corona aktuell - In dieser Videoserie können Sie Schritt für Schritt nachvollziehen Wie Barabara Toth vom Falter für ihre Artikel recherchiert:

TEIL 1 - Erklärung: 

TEIL 2 - Das Interview: 

TEIL 3 - Zusammenfassung:

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Wir haben keine zweite Welle, wir haben einen Labor-Tsunami“: Ärztekammer für OÖ warnt vor Corona-Panik

Quelle: https://www.tips.at/nachrichten/linz/land-leute/516667-wir-haben-keine-zweite-welle-wir-haben-einen-labor-tsunami-aerztekammer-fuer-ooe-warnt-vor-corona-panik

Wir haben keine zweite Welle, wir haben einen Labor-Tsunami: Ärztekammer für OÖ warnt vor Corona-Panik

 Die Ärztekammer für OÖ fordert Verhältnismäßigkeit ein, v. l.: Kurienobmann-Stellvertreter Wolfgang Ziegler, Präsident Peter Niedermoser, Petra Apfalter (Ordensklinikum), Franz Allerberger (AGES Wien), Rainer Gattringer (Klinikum Wles-Grieskirchen), Publick Health Experte Martin Sprenger und Günter Weiss (Medizinische Universität Innsbruck) (Foto: Ärztekammer für OÖ)
Pressekonferenz Ärztekammer für OÖ (Foto: Volker Weihbold)

„Wir haben keine zweite Welle, wir haben einen Labor-Tsunami“: Ärztekammer für OÖ warnt vor Corona-Panik

Karin Seyringer, Tips Redaktion, 18.09.2020 15:06 Uhr

OÖ. Die Ärztekammer für OÖ fordert einen faktenbasierten, sachlichen und konstruktiven Diskurs über die Corona-Maßnahmen ein. Auf gar keinen Fall bestehe angesichts steigender Zahlen Grund zur Panik – im Gegenteil: Es gäbe keine zweite Welle, sondern einen „technischen Labor-Tsunami“. Gefordert wird unter anderem, das Covid-19-Testungen von Hausärzten angeordnet werden sollen und besonders dringlich: Es dürfe angesichts des generellen Viren-Herbstes nicht auf andere Krankheiten vergessen werden.

„Viren gibt es schon immer und wir leben damit. Das soll keine Bagatellisierung sein, wir wollen aber die Angst herausnehmen und aus der Schockstarre holen“, so Ärztekammer für OÖ-Präsident Peter Niedermoser. Er fordert Verhältnismäßigkeit ein: „Ja, Covid-19 ist eine Krankheit, an der man sterben kann, aber  es geht uns um den pragmatischen Zugang. Es braucht eine breitere Diskussion und mehr Meinungen in der Öffentlichkeit, wir wissen jetzt wesentlich mehr als noch vor Beginn der Corona-Pandemie. Wir haben den Eindruck, dass in anderen Ländern wesentlich offener diskutiert wird mit Medizinern.“ Vor allem angesichts der bevorstehenden Grippe-Saison sei Panik der völlig falsche Weg.

„Covid wird bleiben“

„Wir wissen, dass Covid-19 schwerer verläuft als die Grippe. Für saisonale Influenza schätzt man eine Sterberate von 1 bis 2 Verstorbenen auf 1.000 Infizierte, das sind 0,1 bis 0,2 Prozent“, so Franz Allerberger, Facharzt für Klinische Mikrobiologie und Hygiene sowie Leiter des Geschäftsfeldes Öffentliche Gesundheit der AGES.

Aktuelle Studien zu Covid-19 zeigen eine Sterberate  um die 0,25 Prozent bis 0,36 Prozent. „Somit ist die Sterblichkeit von Covid-19 zwar höher (circa doppelt so hoch) als die der saisonalen Influenza-Infektionen, aber weit entfernt von der Gefährlichkeit, wie wir sie für die spanische Grippe, SARS oder MERS kennen“, erläutert Allerberger. „Covid wird bleiben und sich zu den bekannten Krankheiten dazugesellen.“ 

Sinnvolle Hygienemaßnahmen

Einfache Maßnahmen schützen vor Ansteckung – oberster Baustein ist die Händehygiene, dazu die richtige Nies- und Husten-Ettikete und ein Mindestabstand von einem Meter seien ein effektives Bündel, unterstreicht Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Auch sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Räumen ohne Mindestabstände eine gute Maßnahme. Im Freien sei das Tragen eines Mundschutzes nur äußerst selten notwendig. „Die Maßnahmen sollen jedoch immer der Infektionsgefahr angemessen sein.“

„Wir haben keine zweite Welle, sondern einen technischen Labor-Tsunami“

Klare Worte findet Petra Apfalter, Leiterin des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin am Ordensklinikum Linz. Es werde zu viel getestet. „Der Test alleine macht noch keine Diagnose, wir brauchen dafür die Einschätzung eines Arztes. Ich appelliere, die Diagnostik wieder der Medizin zu übergeben. Ich appelliere, aufzuhören mit dem kreuz und quer durch die Branchen zu testen!“ Tests würden helfen, Gesunde von Kranken zu unterscheiden, eine Diagnose aber brauche immer eine Zusammenschau von Testergebnis und dem klinischen Kontext.

„So wichtig wie die Technik bei der Suche nach den ursächlichen Erregern ist in der Medizin aber auch die Einschätzung des Patienten, auf den ein Erreger trifft: nicht jeder nachgewiesene Erreger macht alle Menschen krank oder gleich krank“, führt die Medizinerin weiter aus. Wichtig für Sie auch: Das Testergebnis ist eine Momentaufnahme. Es bedeutet per se nicht, dass ein Patient ansteckend ist oder dass jemand krank ist.

In Richtung Politik richtet Apfalter aus: Nur die Fallzahl als Kennzahl herzunehmen greife zu kurz, und die Fallzahl sei auch die ungeeignetste Kennzahl – „die zweite Welle ist der Teststrategie geschuldet, aber nicht den Erkrankungszahlen.“ „Wir behandeln nicht Laborwerte, sondern Patienten“, so auch Niedermoser.

Hausärzte sollen Tests übernehmen

In die gleiche Kerbe schlägt Wolfgang Ziegler, Arzt für Allgemeinmedizin und Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für OÖ: Es sei nicht sinnvoll, jeden einzelnen Corona-Fall zu detektieren: „Circa 95 Prozent der Infektionen verlaufen asymptomatisch – also ohne Symptome – oder maximal mit Schnupfen, Husten und nur gelegentlich mit Fieber“, erklärt  Ziegler.

„Hausärzte können am ehesten beurteilen, welche Infektion vorliegt. Wir müssen zurückkehren zur Behandlung von Patienten. Wünschenswert wäre, zuerst zum Hausarzt zu gehen. Die Patienten müssen wieder in die Ordinationen kommen. Bei Symptomen, die auf andere Viren als das Coronavirus hindeuten, ist es nur sinnvoll, nicht zu testen. Bereits jetzt, weit vor Beginn der Grippesaison, sind in Österreich von 1.000 durchgeführten Tests etwa 977 negativ. Ist der Hausarzt oder Kinderarzt in Zusammenschau aller Fakten und in Kenntnis seines Patienten der Meinung, dass ein Test notwendig ist, wird dieser auch veranlasst.“

Andere Krankheiten nicht vernachlässigen

Zu Beginn seien auch die Hausärzte überrascht gewesen, zudem habe es kaum Schutzausrüstung gegeben. Viele seien nicht mehr gekommen, vor allem mit chronischen Krankheiten. Aber die Hausärzte seien vorbereitet. „Ich warne davor, dass Patienten mit anderen Erkrankungen diese vernachlässigen, aber auch die Vorsorge vernachlässigen -  wir müssen hier wieder zur Normalität zurückkehren. Mit dem Sicherheitsmanagement in Ordinationen ist eine Ansteckungsgefahr auch weitgehend minimiert“, so Ziegler.

Auch die Spitäler seien besser denn je gerüstet. „Trauen sie sich in die Krankenhäuser, wir sind gut aufgestellt, niemand muss sich fürchten“, so Rainer Gattringer. Und: Auch bei der Behandlung schwererer Fälle im Krankenhaus auch ohne Medikament habe man gelernt, so Günter Weiss von der Medizinischen Universität Innsbruck. So habe etwa eine nicht-intensivmedizinische Versorgung mit Sauerstoff gute Erfolge erziehlt.

Verhältnismäßigkeit wird eingemahnt

Bei den Maßnahmen müsse immer die Verhältnismäßigkeit im Mittelpunkt stehen, wo sei der Nutzen größer als der Schaden? „Das muss gewährleistet sein“, so auch der Grazer Martin Sprenger, Arzt für Allgemeinmedizin und Public Health Experte.

Das oberste Ziel für die kommende Virensaison sei, den entstehenden gesundheitlichen, psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Schaden möglichst kleinzuhalten: „Es kann nicht sein, dass durch die Minimierung eines Risikos alle anderen Krankheiten unter- und fehlversorgt werden.“ Zudem habe es im Frühjahr massive ethische Verletzungen gegebene – spricht er etwa die Isolierung von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen an.

Sprenger: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel – wir müssen das Virus und Covid als Erkrankung ernst nehmen, aber den Scheinwerfer wegnehmen und alle Krankheiten wieder gleich beleuchten.“

Keine Stigmatisierung

Niedermoser warnt auch einmal mehr vor Covid-Stigmatisierung: Auch wenn ich alle Maßnahmen befolge, kann ich mich anstecken. Das ist keine Sünde und kann jeden treffen!

Diese Mitteilung der Ärzte steht im Kontrast zu

https://www.derstandard.at/story/2000119965939/kurz-ruft-die-zweite-coronawelle-aus

Dringender Appell"

Kurz ruft die zweite Coronawelle aus

Bundeskanzler sieht "dramatische Situation" in Wien und rechnet bald mit österreichweit tausend Neuansteckungen pro Tag. Die Regierung lädt die Sozialpartner zu Beratungen

Wien – Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) warnt in drastischen Worte vor einer weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie in Österreich. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle. Die Ansteckungszahlen nehmen von Tag zu Tag zu", so der ÖVP-Chef in einem schriftlichen Statement. An die Bevölkerung richtet er den "dringenden Appell", sich an die Maßnahmen zu halten.

"Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Wien, wo rund 50 Prozent aller Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden. Und wir werden bald die Marke von 1.000 Neuansteckungen pro Tag erreichen", so die Erwartung des Kanzlers.

Sebastian Kurz will, dass die Österreicher die Maske zücken.
Foto: EPA/Bruna

"Ich bitte die Bevölkerung, dass sie alle Maßnahmen einhält, soziale Kontakte reduziert, den Mund-Nasen-Schutz trägt und überall so gut als möglich Abstand hält", appellierte Kurz. Insgesamt aber bleibt der Regierungschef bei seiner Ende August geäußerten Einschätzung, dass Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei – und auch, dass der Sommer im kommenden Jahr wieder weitgehend normal sein werde. "Aber es wird für uns alle ein harter Herbst und Winter werden. Daher sind wir jetzt alle aufgerufen und gefordert, mit gleicher Disziplin und Rücksicht wie im Frühjahr, auch die Herausforderungen der kommenden Monate gemeinsam zu meistern."

Quelle: https://www.ärzte-für-aufklärung.de/

Der Ärzteeid

Ich gelobe, während der Ausübung meiner ärztlichen Tätigkeit folgende Berufspflichten nach meiner Kraft und Fähigkeit zu respektieren und ihnen gemäß zu handeln:
 
ich übe meinen Beruf stets nach bestem Wissen und Gewissen aus und nehme Verantwortung wahr;
 
ich stelle die Sorge um die Behandlung meiner Patienten und deren Interessen immer voran, wende jeden vermeidbaren Schaden von ihnen ab und füge ihnen auch keinen solchen zu;
 
ich betrachte das Wohl meiner Patienten als vorrangig, respektiere ihre Rechte und helfe ihnen, informierte Entscheidungen zu treffen;
 
ich behandle meine Patienten ohne Ansehen der Person, d. h. ohne Diskriminierung wegen allfälliger Behinderung, Religion, Parteizugehörigkeit, Rasse, Herkunft, Sozial- oder Versicherungsstatus, gemäß den aktuellen Standards der ärztlichen Tätigkeit und den Möglichkeiten meines beruflichen Könnens;
 
ich betreibe eine Medizin nach Augenmaß und empfehle oder ergreife keine Maßnahmen, die nicht medizinisch indiziert sind;
 
ich instrumentalisiere meine Patienten weder zu Karriere- noch zu anderen Zwecken und sehe von allen Maßnahmen ab, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Linderung ihrer Beschwerden, der Heilung ihrer Krankheit oder der Verhütung einer Erkrankung stehen;
 
Ich mute meinen Patienten nichts zu, was ich auch meinen liebsten Nächsten oder mir selbst nicht zumuten würde;
 
ich begegne meinen Patienten ebenso wie meinen Kolleginnen und Kollegen immer mit Freundlichkeit und Respekt. Ich bin zu ihnen ehrlich und wahrhaftig;
 
ich respektiere die Entscheidungen und Handlungen meiner Kolleginnen und Kollegen, insofern sie mit den Regeln der ärztlichen Kunst und den ethischen Standards des Berufs vereinbar sind;
 
ich teile meine Kenntnisse und Erfahrungen mit meinen Kollegen und Kolleginnen und beteilige mich an deren Aus-, Weiter- und Fortbildung;
 
ich fördere die Gesundheitskompetenz meiner Patientinnen und Patienten;
 
ich nehme mir für das Gespräch und für die menschliche Begegnung mit den Patienten und ihren Angehörigen die erforderliche Zeit und spreche mit ihnen auf eine verständliche und angemessene Weise;
 
ich respektiere und wahre grundsätzlich die Willensäußerungen meiner Patienten;
 
ich halte mich an das Arztgeheimnis;
 
ich setze die mir zur Verfügung stehenden Ressourcen wirtschaftlich, transparent und gerecht ein;
 
ich nehme für die Zuweisung und Überweisung von Patienten keine geldwerten Leistungen entgegen;
 
ich gehe keinen Vertrag ein, der mich zu Leistungsmengen, zu nicht indizierten Leistungen oder zu Leistungsunterlassungen nötigt.

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